Die Dauerausstellung „125 Jahre Mobilität“ des Museums Autovision in
Altlußheim, die die Geschichte des Zweirades zeigt, ist um einen
Meilenstein der Motorradgeschichte erweitert. Besucher können ab sofort
auf der Empore die Hildebrand & Wolfmüller, das erste
Serienmotorrad der Welt von 1894.
Mit dem Patenteintrag der 40 km/h schnellen Hildebrand & Wolfmüller
wurde vor 114 Jahren erstmals der Begriff „Motorrad“ geprägt. Gottlieb
Daimlers erster Versuch der motorisierten Fortbewegung aus dem Jahre
1885 hatte zwar ebenfalls zwei Räder, war jedoch weit von der
Serienreife entfernt und wurde „Reitwagen“ genannt – eine damals
durchaus zutreffende Bezeichnung, da der Sattel tatsächlich sehr dem
eines Reitpferdes nachempfunden war.
Das erste in Serie
gegangene Motorrad des Konstrukteurs Alois Wolfmüller und des
Chefredakteurs einer Fahrradzeitung Heinrich Hildebrand hingegen war im
Jahre 1894 seiner Zeit schon sehr weit voraus. Ein liegend eingebauter,
wassergekühlter 2-Zylinder Viertaktmotor sowie der Form gebende
Vierfach-Rohrrahmen verleihen diesem Motorrad eine Struktur, wie man
sie von den Mopeds aus den fünfziger und sechziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts gewohnt ist,
Die Produktion der Hildebrand &
Wolfmüller endete bereits nach drei Jahren und wenigen hundert
Exemplaren im wirtschaftlichen Fiasko. Vermutlich waren der hohe
Verkaufspreis und eine schlecht funktionierende Zündung die Hauptgründe
des Misserfolges.
Das Museum Autovision in der Hauptstraße 154
in Altlußheim ist donnerstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr
geöffnet. (ar/jri)